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Das hausinterne Bewertungsmuster – Effekte kultureller Macht

Wie schon Safranski schrieb ist der Mensch auf Kultur und Zivilisation angewiesen. Vor dem Hintergrund, dass Kultur über unsere Sprache entsteht stellt sich die Frage: Was bedeutet dies für die Kommunikation und Kultur eines Unternehmens? Wie wirkt dieses unausgesprochene “angewiesen sein” auf unser Arbeitsleben im Unternehmen?

Orientieren wir uns einmal an Schein, er untersuchte das individuelle Verhalten über die Persönlichkeit hinaus nach der Zugehörigkeit zu Gruppen und nach der Kultur dieser Gruppen. Daraus ergibt sich, dass eine Unternehmenskultur abhängig vom jeweiligen Entwicklungsstadium der Organisationsmitglieder als Gruppe ist. Wesentlich dabei ist die Fähigkeit einer dauerhaften Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt. Stop! Kultur ist daher eine Gruppeneigenschaft und wirkt unausgesprochen.

 

Effekte der versteckten kulturellen Macht: Das hausinterne Bewertungsmuster

Jedes Unternehmen hat sein eigenes Bewertungsmuster für Ereignisse und Entwicklungen. Was angesehen und gut ist oder was verteufelt wird, steht zwar nicht geschrieben, wird allerdings gelebt. Sei es ob man die Konkurrenz als “Marktpartner” oder
“die Pest” bezeichnet, ob wir noch immer in der Krise leben oder bereits im nächsten Aufschwung, welche Einstellung man zu elektronischen Werkzeugen hat oder wie man sich gegenüber Vorgesetzten verhält.

 

Positive Wirkung vs. negative Wirkung:

  • schafft eine klare Basis für das tägliche Handeln vs.
    einem geschlossenen System, das Warnsignale übersieht
  • gibt einen Rahmen für die Entscheidungsfindung durch konsistente Präferenzen vs.
    emotionale Bindung an bestehenden Prozessen und Strukturen erschwert neue Wege
  • fördert eine dialogorientierte Kommunikation und ermöglicht gemeinsame Wahrnehmungsfilter vs.
    schafft Ablehnung neuen oder zur Kultur konträren Ansichten und fördert gleichbleibende Konformität bzw. Stagnation

 

Das hausinterne Bewertungsmuster muss in erster Linie ins kulturelle Bewusstsein geholt werden. Denn dadurch wird es sichtbar und bearbeitbar für Unternehmen. In der Analyse dienen dazu Tiefeninterviews bzw. gezielte ergänzende Fragen im Rahmen der Mitarbeiterbefragung. Damit wird eine geringe Investition mit maximaler Wirkung erzielt. Die so identifizierten internen Bewertungsmuster werden in Bezug zur aktuellen strategischen Ausrichtung gestellt. Im zweiten Schritt werden Interventionen entwickelt, wie die hausinternen Bewertungsmuster positiv stabilisierend auf die Strategie ausgerichtet werden können.

 

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[...] unsere Unternehmen auf diese Zukunftsthemen vorzubereiten. Die Beschäftigung mit unseren kulturellen Bewertungsmustern im Unternehmen, die oftmals wie eine Handbremse für die Wissensteilung und abteilungsübergreifende [...]